Sofortmaßnahmen für den Unterricht mit Schülerinnen und Schülern mit Autismus-Spektrum-Störungen

Schülerinnen und Schüler mit Autismus-Spektrum-Störungen benötigen in Schule und Unterricht meist individuelle Unterstützung und Hilfestellungen. Im Folgenden wird ein Katalog von Sofortmaßnahmen vorgestellt, die einfach umsetzbar sind:

Gestaltung des Klassenraums

  • übersichtliche Strukturierung des Klassenraum (z.B. Themenecken, bestimmte Bereiche für Einzelarbeit und Gruppenarbeit)
  • feste Plätze für bestimmte Arbeitsmaterialien
  • Ordnungssysteme, Markierungen und/oder Beschriftungen von Materialien und Funktionsbereichen 


Sitzordnung 

  • fester Sitzplatz in möglichst reizarmer Umgebung (ggf. auch mit dem Blick zur Wand, Lichtreflexionen und/oder Geräuschquellen reduzieren/vermeiden)
  • Sitzplatz im vorderen Bereich des Klassenraumes, ggf. in der Nähe des Lehrertisches und der Tafel
  • Sitznachbar, der nicht ablenkt und ggf. auftretendes "eigenartiges" Verhalten toleriert
  • ggf. Einzelsitzplatz


Arbeitsplatz

  • reizarm und übersichtlich
  • nur aktuell zu verwendende Materialien sollten auf dem Tisch liegen
  • Nutzung von Strukturierungshilfen (Felder mit Klebeband einrichten für Ablage des Materials und/oder Ablagekästen)


Mündliche Beteiligung

Schüler mit Autismus-Spektrum-Störungen beteiligen sich oft nicht freiwillig.

  • Schüler gesondert ansprechen und/oder spezielle Regelungen für Unterrichtsbeiträge erarbeiten (Häufigkeit vereinbaren/Alternativen zu mündlichen Beiträgen schaffen)


Lehrersprache

Schüler mit Autismus-Spektrum-Störungen verstehen sprachliche Inhalte zumeist „wortwörtlich“. Verbale Anweisungen werden oft weniger gut behalten als visuelle. 

  • auf deutliche Formulierungen achten
  • Doppeldeutigkeiten, Ironie vermeiden
  • Visualisierungen von Unterrichtsinhalten (z.B. Tafelbild, OHP-Folie etc.)


Routinen

Routinen geben Sicherheit und Orientierung in einem oft als unüberschaubar oder chaotisch wahrgenommenen Schulalltag.

  • Rituale in den Unterricht integrieren, diese schaffen Sicherheit und Ordnung bzw. können Ungewissheit und Ängste reduzieren (Stundenplanbesprechung, Änderungen im Tagesablauf deutlich machen, ggf. Übersicht über den Stundenverlauf)


Pläne/Strukturierungshilfen

Pläne helfen zur Orientierung in Zeit und Raum und unterstützen die oft eingeschränkte Fähigkeit zur Handlungsplanung.

  • Stundenplan
  • Sitzplan
  • Plan zur Strukturierung von Arbeitsabläufen
  • Einsatz einer Uhr z.B. "Time Timer" (Uhr, die die ablaufende Zeit visualisiert) oder Kurzzeitwecker


Aufgabenstellungen

  • Aufgabenstellung klar, einfach und prägnant formulieren
  • sich vergewissern, ob die Aufgabenstellung verstanden wurde
  • Visualisierung der Aufgabenstellung (Tafelanschrieb)
  • klare Strukturierung der Arbeitsphase (Aufgabenstellung, benötigtes Material, Arbeitszeit)
  • ggf. Strukturierung der Aufgabenstellung (Reihenfolge der Arbeitsschritte, Umfang, ggf. Segmentierung der Aufgaben) 


Partner- und Gruppenarbeit

Schüler mit Autismus-Spektrum-Störungen bevorzugen die Einzelarbeit. Aufgrund von Problemen im Bereich der kommunikativen und sozialen Kompetenzen fällt ihnen das gemeinsame, kooperierende Arbeiten mit anderen oftmals schwer.

  • verständnisvolle Arbeitspartner
  • klare Aufgabenverteilung
  • ggf. Einzelarbeit zulassen 


Pausen

Pausen werden von Schülern mit Autismus-Spektrum-Störungen als unstrukturierte und unvorhersehbare Situationen wahrgenommen. Sie bergen hohes Konfliktpotential.

  • Pausenaufsicht informieren
  • verständnisvolle Klassenkameraden können auf den Mitschüler achten und ggf. bei Konflikten vermitteln
  • Rückzugsmöglichkeiten anbieten
  • ggf. Pausenzeiten in der Klasse verbringen

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Bearbeitet von: Ann-Kristin Schröder     letzte Änderung 2011-11-16T09:04:36+02:00