Plattdeutsch und Saterfriesisch in der Schule

Plattdeutsch und Saterfriesisch sind zwei der sogenannten kleinen Sprachen Niedersachsens und damit wichtige Kulturgüter. Plattdeutsch wird – mit Ausnahme des Oberharzes – in ganz Niedersachsen in unterschiedlichen regionalen und örtlichen Dialekten gesprochen, Saterfriesisch nur in der Gemeinde Saterland im Landkreis Cloppenburg.

Ca. 14 % aller Niedersachsen geben an, Plattdeutsch gut oder sehr gut sprechen zu können (Umfrage INS/BMI 2007). Es ist Aufgabe der Schule, die Kinder und Jugendlichen mit diesen Sprachen vertraut zu machen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, sich auch in den kleinen Sprachen auszudrücken (§ 2 Abs. 1 Satz 3 NSchG). Eine Begegnung mit dem Plattdeutschen bzw. dem Saterfriesischen ist für alle Schüler in Niedersachsen im Primar- und im Sekundarbereich I durch die Implementierung der diesbezüglichen Vorgaben der Kerncurricula Deutsch vorgesehen. Dies bedeutet, dass alle Schülerinnen und Schüler im Deutschunterricht durch die Behandlung von Texten, durch Sprachvergleich und Sprachprojekte (z.B. auch Begegnung mit Platt-Sprechern im Unterricht) etc. einen Bezug zur Niederdeutschen bzw. zur friesischen Sprache bekommen.

Das mit der Charta der Regional- oder Minderheitensprachen vereinbarte Ziel des Erhalts der kleinen Sprachen in Europa „macht es darüber hinaus erforderlich, dass bereits vorhandene Sprachkenntnisse, die im Elternhaus, in Kindertagesstätten usw. erworben wurden, gefördert, erweitert und vertieft werden“ und dass „auch der Spracherwerb für diejenigen Schülerinnen und Schüler ermöglicht wird, die noch über keine Sprachkenntnisse verfügen“ (Erlass Die Region und ihre Sprachen, Punkt 4.1).

Neben Arbeitsgemeinschaften und Angeboten im Ganztagsschulbetrieb sollte deshalb bei Einverständnis der Elternschaft auch regulärer Unterricht nach der Immersionsmethode (d.h. in Form regionalsprachlichen Sachfachunterrichts) auf Friesisch oder auf Plattdeutsch erteilt werden (Erlass Die Region und ihre Sprachen, Punkt 4.2).

Für die Schulen bedeutet dies eine Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten sowie mit den Elternhäusern: Dort, wo bereits Plattdeutsch- oder Friesischkenntnisse vorhanden sind (Kindergartenprojekte, Plattdeutsch als Sprache der Großeltern), soll die schulische Arbeit die erworbenen Kenntnisse fördern, erweitern und vertiefen.

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Bearbeitet von: W. Deffner     letzte Änderung 2015-05-27T10:57:23+02:00